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Sprachlosigkeit endet in Gewalt
10.03.2010Theaterstück beleuchtet Folgen von Mobbing
Garrel (hög) – Wohin Mobbing unter Jugendlichen führen kann, hat das Berliner „Ensemble Radiks“ den Schülern der Haupt- und Realschule Garrel demonstriert...
Garrel (hög) – Wohin Mobbing unter Jugendlichen führen kann, hat das Berliner „Ensemble Radiks“ den Schülern der Haupt- und Realschule Garrel demonstriert. Ihr Stück „..und dann kam Alex“ zeigt in extremer Form die gewaltsamen Folgen jahrelanger Demütigung.
Die beiden Schauspieler Julia Schwebke und Thilo Herrmann führten die Siebt- und Achtklässler in die Welt des jungen Alex, der auf der Suche nach Nähe und Anerkennung bei seinen Mitmenschen jedoch nur auf Sprachlosigkeit und Ignoranz stößt. Um zu imponieren, schlägt der Junge schließlich einen wehrlosen Mann zusammen. Alex weiß jedoch nicht, dass seine Tat gefilmt und per Handy an Mitschüler gesendet wurde. Ein Lehrer entdeckt das Video. Als er zum Direktor gerufen wird, flieht Alex. Er besorgt sich eine Waffe, kehrt in die Schule zurück und nimmt Lehrer und Schüler als Geiseln. Dann beschließt er, sich das Leben zu nehmen.
In Rückblenden gelingt es dem Stück, die Hintergründe des Gewaltausbruches auszuleuchten. Auch Alex erhält am Ende Einsicht in sein fatales Handeln und lernt, sich den anderen mitzuteilen.
Der Besuch der Theatergruppe war ein Baustein für das Gewaltpräventionsprojekt der Garreler Schule. Das Thema hat zudem einen traurigen realen Hintergrund, denn morgen jährt sich der verheerende Amoklauf von Winnenden. Am 11. März 2009 hatte ein 17-Jähriger in der dortigen Albertville-Realschule 15 Menschen ermordet sowie weitere elf zum Teil schwer verletzt. Der jugendliche Täter, ein ehemaliger Schüler der Schule, konnte erst nach mehrstündiger Flucht von der Polizei gestellt werden und erschoss sich schließlich selbst.
Quelle: Münsterländische Tageszeitung


